Texte “Dein Element” (2010)

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Keiner weiß es

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Werdet ihr meine Lieder mögen, spendet ihr Applaus? – keiner weiß es.
Werft ihr faule Tomaten, pfeift ihr mich aus? – keiner weiß es.
Wird es euch gefallen mir zuzuhör‘n,
oder wirst du deinen Nachbarn durch dein Schnarchen stör’n?
keiner weiß es, keiner weiß es, keiner weiß es.
Was schwimmt in deinem Bier, was ist da wirklich drin? – keiner weiß es.
Ob ich schon was getrunken hab, oder noch nüchtern bin? – keiner weiß es.
Hätt’ heut’ Abend eine andre Show dieser Stadt
euer Leben verändert um 180 Grad?
Keiner weiß es, keiner weiß es, keiner weiß es.

Keiner weiß es, und das macht das auch so int’ressant,
keiner weiß es, was uns alle auf die Folter spannt,
keiner weiß es, und das macht dann wohl das Leben aus.
Kein Orakel, kein Prophet und kein Kolumbus-Ei,
keine Kartenlegerin und Gundel Gaukeley,
aufgrund eines Wahrheitsbeweises – keiner weiß es.

Wer von uns wird Mama, Papa, Opa, Oma? – keiner weiß es.
Zeugt wer von uns den zukünftigen Bundeskanzler? – keiner weiß es.
Geht unser Staat vor unsren Augen voll bankrott
oder machen wir ihn mit links wieder flott?
Keiner weiß es, keiner weiß es, keiner weiß es.

Wer auf der Welt denkt im Moment ganz fest an dich? – keiner weiß es.
Wer wollt’ gestehen dich zu lieben, doch traute sich nicht? – keiner weiß es.
Was hast du nur so gesagt, was voll gesessen hat?
Was hast du versprochen was du längst vergessen hast?
Keiner weiß es, keiner weiß es, keiner weiß es.

Kommt noch mal so jemand wie George W. Bush? – keiner weiß es.
Warum heute noch ein deutscher Soldat sterben muss? – keiner weiß es.
Wird der Mensch sich wie das Klima noch verändern,
hier bei uns und auch in andrer Herren Länder?
Keiner weiß es, keiner weiß es, keiner weiß es.

War das heut’ im Supermarkt nicht dein Traum-Mann? – keiner weiß es.
Die perfekte Frau für dich, heut‘ in der Straßenbahn? – keiner weiß es.
Sitzt du grad neben der Liebe deines Lebens,
glaubt ihr beide dran, oder einer nur vergebens?
Keiner weiß es, keiner weiß es, keiner weiß es.


Dein Element

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Fühlst du dich mehr als nur ein bisschen deplatziert,
als fünftes Rad am Wagen, bisschen deprimiert.
Wenn du nicht tust was du willst und du dich dran störst,
kurz, kann das sein, dass du da bist wo du nicht hingehörst?
Mach’s wie Dave, der war mal kfz-Mechaniker,
und kam damit wohl irgendwie dann doch nicht klar.
Macht ‘ne Tugend aus der Not und aus sich ‘nen Pilot,
fliegt in einem Moment in sein Element.

Du bist wie ein Pinguin an Land,
der das Wasser noch nicht fand‘:
Unbeweglich und vielleicht ganz nett,
kaum Arm und Beine kommst du nicht vom Fleck.
Doch sieh‘ im klaren Wasser den Pinguin
souverän und magisch schöne Kreise zieh’n.
Du bist ein Mensch, der nun die Wahrheit kennt:
such’ und find’ und bleib’ in deinem Element.

Schon klar, nur tote Fische schwimmen mit dem Strom,
doch führen wirklich so viel‘ Wege bis nach Rom?
Als alles außer’n Tausendsassa glaub ich dran
dass es schon mal sehr gut ist zu wissen was man kann.
Mach’s wie Willy, der war echt mal beim Maschinenbau,
nebenher Gitarre, doofe Sprüche schlau.
Er spielt’ und macht’ was er tat und wurd’ zum Wortakrobat,
grinst im knallbunten Hemd aus seinem Element.

Du bist wie ein Pinguin an Land,
der das Wasser noch nicht fand‘:
Zu bemitleiden und ungelenk
wirkst du unsicher und angestrengt.
Doch sieh’ den Pinguin im Wasser wieselflink
geschmeidig und gewandt wie es nur wenige sind.
Du bist ein Mensch, der nun die Richtung kennt:
such’ und find’ und bleib in deinem Element.

„Wenn ich mal endlich groß bin, ja dann werd’ ich mal…“,
ich weiß es schon nicht mehr wie viele 1000mal
ich mir das insgeheim schon zugeflüstert hab,
heut weiß’ ich: ich nehm‘ meine Träume nicht mit in mein Grab.
Ich weiß auch noch nicht, wohin mich das hier alles führt,
und stolper weiter ahnungslos, doch unbeirrt
ist dieses bisschen Applaus in diesem hohen Haus
vielleicht zu ‘nem kleinen Prozent schon mein Element.

Denn ich bin wie ein Pinguin an Land,
der das Wasser noch nicht fand‘:
Alles andre als die Ruhe weg,
zu kurz die Beine, komm‘ ich nicht vom Fleck.
Doch sieh‘ den Pinguin in seinem Element
unbeschwert, so schwerelos und ungehemmt.
Du bist ein Mensch, der nun die Lösung kennt:
such’ und find’ und bleib’ in deinem Element.


Musenkuss

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Mich hat ‘ne Muse geküsst heut Früh am Frühstückstisch,
plötzlich war ich hellwach, das schafft mein Wecker nicht,
ich rück‘ den Stuhl vom Tisch, nehm’ die Gitarre her,
die Butter wird schon weich, jetzt bleibt mein Magen wohl leer.
Die Finger warm – eiskalt mein Rooibushtee,
ich merk ich muss gleich los als ich auf meine Uhr seh‘,
die Cornflakes in der Milch lösen sich auf und ich weiß:
kein Frühstück ist nicht gut, doch ohne Fleiß kein Preis.
Mich hat ‘ne Muse geküsst heut Früh am Frühstückstisch.

Mich hat ‘ne Muse geküsst heut Früh im Hörsaal 3,
ich saß ganz hinten und schälte noch mein Frühstücksei.
Mein Herr Professor der tut alles in seiner Macht
dass alles müde bleibt und schläft und keiner wacht.
Ich wecke den Kollegen neben mir
und bitte ihn recht freundlich um ein Stückchen Papier.
Ich schreibe Reim für Reim, merk dass ich ungestört bin:
selbst Herr Professor döst sein eben auf dem Pult vor sich hin.
Mich hat ‘ne Muse geküsst heut Früh im Hörsaal 3.

Mich hat ‘ne Muse geküsst mitten am Fußballplatz,
ich stand zwar physisch da, doch war ich für die Katz‘.
Hab Harmonien im Kopf, darum wirft man mir vor:
„Du bist so oberfaul, du ab mit dir ins Tor!
Konzentration! Hast du denn heut ‘nen Knall?“ -
„Naja, ich konzentrier‘ mich ja, doch nicht auf den Ball…“
Ich täusch‘ Verletzung vor und Durst und von mir aus
führ‘ ich heut mal Protokoll und wechsle mich dafür aus.
Mich hat ‘ne Muse geküsst mitten am Fußballplatz.

Mich hat ‘ne Muse geküsst Abends im Supermarkt,
so kurz vor Ladenschluss und das war wirklich hart.
Ich steh versunken da, Menschen drängeln vorbei,
‘ne Oma fragt ob ich betrunken sei.
Mein Einkaufszettel ist nicht wirklich groß,
ich schreib drauf bis zur Kasse und zahl bargeldlos.
Die Pfandflaschenrückgabe vergess‘ ich Idiot,
die Melodie hab ich im Kopf, doch nicht den Karten-PIN-Code.
Mich hat ‘ne Muse geküsst Abends im Supermarkt.

Endlich weicht der Tag der Nacht, der Mond geht auf,
ich leg mich nieder müde vom Tageslauf.
Ich weiß dass ich mal ausruhn‘ und mal schlafen muss,
und was ich jetzt nicht brauch das ist ein Musenkuss,
ich weiß ein Musen-Nacht-Kuss kommt im Nu,
doch das Dumme ist, dann tu ich kaum ein Auge zu.
Drum wenn mich Abends überhaupt wer Gute-Nacht-küsst,
wär’s schön wenn es statt irgendeiner Muse du bist.


Rolltreppenblues

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Ich mach’ kein’ Stress, ich bin kein Kind von Ungeduld.
Ich mach’ kein’ Stress, ich bin kein Kind von Ungeduld.
Doch auf Rolltreppen mach’ ich Stress und ihr seid daran Schuld!

Rechts steh‘n, links geh’n,
rechts steh’n, links geh’n,
rechts steh’n, links geh’n,
rechts steh’n, links geh’n,
Ihr macht’s so furchtbar schwer
für den Durchgangsverkehr!

Das funktioniert doch, ja das geht doch anderswo auch.
Das funktioniert doch, ja das funzt doch anderswo auch.
Nur hier, hier steh’n die Leute nebeneinander und auf dem Schlauch.


Speichern unter

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Ich habe immer Hunger, und wenn nicht dann hab ich Appetit-
Was man dir wirklich nicht ansieht!
Vom viel zu großen Festbankett wandert ein Teil in mein Jacket-
Hey du, du bröselst auf’s Parkett!
Jetzt sind wir hier zum Musik machen engagiert
und ratet mal, wer ständig zum Buffet dorthin marschiert.
irgendwann hol’ ich die Häppchen und sei’s auch in ein paar Jahr’n
wieder aus dem Kleiderschrank und mach’ sie mir noch einmal warm.

Oh, hey kann man das nicht speichern unter?
Oh, für später reservier’n?
Oh, kann ich mich nicht bereichern daran?
Oh, und das alles für den Notfall eingefrier’n
und es reaktivier’n? Wenn ich es einmal brauch.

Ich finde keinen Parkplatz und mein Auto und ich haben’s satt-
Kein Wunder in der Innenstadt!
Politesse hin, Falschparken her, am Mittwoch war noch alles leer-
Tja, jetzt nicht mehr: Berufsverkehr!
Das ist gemein, warum hab’ ich denn heut’ kein Glück?
Ich sehne mich so sehr nach Mittwochs Parklücken zurück.
Ich nehm’ von den Parkplätzen, weil’s so viele davon gibt
am nächsten Mittwoch einfach mal ‘ne Handvoll davon mit.

Die Liebe ist ein menschlich’ Ding und doch ein schräges Exemplar-
wie’s übrigens schon immer war!
Schmetterlinge flattern im Bauch, vom 1. Tag an, doch bis wann?
Ganz je nach dem, das kommt drauf an!
Diese Gefühls-Emotions-Überschwänglichkeit
frischer Liebe hätt’ ich manchmal gerne griffbereit.
Ich füll’ sie ab in Flaschen, bewahr‘ sie auf bis in den Tod.
In Krisenzeiten, wenn wir streiten bringt ein Schluck alles ins Lot.

Jetzt „speichern unter“ und ich nehm’ es mit auf Schritt und Tritt.
Jetzt „speichern unter“ und wenn Not am Mann ist raus damit.


Immer Sonntag

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Komm’ ich Sonntag Abends vom ‘nen langen Wochenend’ nach Haus
in die Wiehre Freiburgs knurrt dort gern gleich mal mein Bauch.
Müde, abgekämpft und heiser, Mensch, was für ein Tag,
sperr‘ ich die Türe auf, geh’ rein und mein’ mich trifft mich der Schlag.
Ich bleib’ noch in der Türe stehn’, Augen zu und Nase auf,
denn wie jeden Sonntag durchzieht hier das ganze Treppenhaus
ein unverschämt unglaublich unwiderstehlicher Duft
von feiner Hefeteigpizzablechofenbackrohrluft.
Ich seufze und die Tür fällt hart ins Schloss.
Immer Sonntag Abends Pizza bei Ehls im Erdgeschoss.

So ist das nun einmal in einem Mehrfamilienhaus:
Jeder kocht für sich. Nur schwer geh‘ ich die Treppen rauf.
Mit jedem Schritt nach oben ignoriere ich den Bauch-Befehl,
der schickt mich ins Parterre zum Ofen der Familie Ehl.
Und wie Orpheus will ich mich um jeden Preis einfach umdrehn’.
Doch nicht wie er, wegen ‘ner Frau, nein, um ‘ne Pizza zu erflehn.
Selbstmitleidig komm’ ich zu der Erkenntnis: nie war wer
noch hungriger als ich, nicht mal ein Aktenvernichter.
Kein Obelix, kein Vielfraß, kein Koloss.
Immer Sonntag Abends Pizza bei Ehls im Erdgeschoss.

Mir bleibt nichts weit‘res als die eig’ne Küche und darum
such’ ich was mit akzeptablem Haltbarkeitsdatum.
Eine halbe Zwiebel, und Cornflakes, ein Rosmarin auf dem Balkon,
Zimt und Zucker, saure Sahne, und das war’s auch schon.
Ich merk‘, das mit dem Kochen, das wird heut’ nichts, und außerdem
entmutigt diese Pizza-Konkurrenz einfach extrem!
Doch ich liebe meine Küche, hier riecht’s mal verbrannt und auch mal fad,
meistens koche ich statt groß und viel auch nur Salat.
Doch wenigstens bin hier nur ich der Boss, und der riecht
Sonntag Abends Pizza von Ehls im Erdgeschoss.

Dieser Geruch macht nicht nur Appetit, nein, er erinnert an
meine Kindheit, meine Jugend, und ich fang zu grübeln an:
Wann aß ich letztes mal bei Mutter, und trank Vaters Kaffee?
Mein Bauch, der meldet neben Hunger langsam auch Heimweh.
Und ich schwör’ demnächst nehm’ ich mal einfach so die Bahn,
ich lass’ alles stehn’ und liegen, ich werd’ einfach so nach Hause fahr’n.
Ja, ich treulose Tomate komm’ nach Haus’ und lass mich sehn’.
Schließ’ die Eltern in den Arm, und lass’ den Wind von früher weh‘n.
Wie viel von damals in den Jahr’n verfloss!
Immer Sonntag Abends Pizza bei Ehls im Erdgeschoss.

Ich sitz’ hungrig auf der Bude, und denk’: soll ich nicht einfach schnell
durch den Schornstein mit der Angel pizza-technisch-kriminell
wie Max und Moritz ihre Hühnchen bei Witwe Bolte, einfach klaun’?
Und irgendwo die Pizza unter einem Baum verdau’n.
Doch käm’ ich nicht ungeschor‘n davon, denn ich hätt’ kein Alibi.
Zu so ‘ner Uhrzeit weiß das ganze Haus: ich hab’ Kohldampf, ja und wie!
Da klopft es und herein kommen mit schüchternem Gesicht
zwei Mädels von den Ehls, und bringen Pizza einfach so für mich.
Ihr werdet niemals ahnen wie ich die genoss……


Halbes Liebeslied

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Du bist schön, nicht nur auf deine Weise,
so viel schöner als mir zuzutraun’
Und ich weiß, ich kann mich glücklich schätzen,
ich war nie ein Pechvogel bei Frau‘n.
Doch wenn mich deine Augen fragen
warum es nicht mehr geht, kann ich nur sagen:
Wir zwei wir passen nicht mehr gut unter einen Hut,
so leid’s mir tut.

Ich sing ganz leise ein halbes Liebeslied für dich,
denn ich lieb‘ dich eigentlich.
Auf meine Weise frag‘ ich:
Ist das egoistisch, wenn ich sag,
ich lieb‘ mich mehr als dich.

Ich bin allein und ich denk zurück,
war ich feige oder war es Mut?
Woran merkt man, man gehört zusammen,
wann geht es schief, wann geht es gut?
Hatt’ ich meine Liebe denn geschworen?
Hab‘ ich denn nicht mich selbst schon um die Ohren?
Kling’ ich unglaubwürdig, rücksichtlos für dich?
Ich hoff’ nich’.

Auf meine Weise ein halbes Liebeslied für dich,
denn ich lieb‘ dich eigentlich.
Und ich frag‘ leise ist das unchristlich, wenn ich sag,
ich lieb‘ mich mehr als dich.

Mein Bett, mein Leben für mich ganz allein,
frag’ ich mich war das ein Eigentor?
Was braucht ein Mensch um wirklich glücklich zu sein?
Ich schließ’ die Augen, hab‘ dich noch im Ohr.
Irgendwann werd’ ich wieder schwach, ich weiß.
Und das Karussell dreht sich im Kreis,
ich bin doch auch nur ein Mann,
der was er will nicht weiß, nicht kann,
drum hör mich an:

Vielleicht war ich noch nie, noch nie richtig verliebt,
wenn es so was wie Liebe gibt.
Auf meine Weise kämpf’ ich dann um dich.
Und dann lieb‘ ich dich mehr als mich.


BC 100

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Wär‘ ich irgendwann mal Millionär
und hätt‘ Geld wie Heu und Sand am Meer,
kauf‘ ich mir keinen BMW,
nicht wie Peter Fox ein Haus am See,
sondern ‘ne Bahncard 100, auch wenn’s euch wundert, ‘ne Bahncard 100.
Ich denk‘ das würde sich sehr lohnen
gegen meine Aversionen
gegen Bahnticket-Automaten hilft nur eins, 3x dürft ihr raten:
‘ne Bahncard 100, ‘ne Bahncard 100.
Ein Traum wenn man nicht dauernd Tickets kaufen müsste,
ich fahr‘ durchs Land von den Alpen bis zur Küste,
oh Mann, wär das geil mit so ‘nem Plastikteil.

BC 100 steht für Bahncard 100 steht für
grenzenlose Freiheit auf den Gleisen der Nation.
Doch für mich bleibt das ein Traum
denn leisten kann ich mir das kaum,
darum fahr‘ ich wohl zukünftig
weiterhin mit Bahncard 50.

Als Lottosieger blieb ich ohne Größenwahn,
ich gäb‘ nicht alles aus nur um die Welt zu fahr‘n.
‘Ne Herrenboutique in Wuppertal wär drin,
und für den Weg dorthin:
‘ne Bahncard 100, auch wenn’s euch wundert, ‘ne Bahncard 100.
Ich gesteh‘, sonst müsst ich lügen,
ich genieß‘ es auch in vollen Zügen,
doch wär‘ es noch viel schöner
wär‘ ich Eigentömer
einer Bahncard 100, einer Bahncard 100.
Der Nacht- und Bummelzug nach Berlin
ist hell, laut und alles andre als McClean.
Das wär mir alles egal,
weil ich glaub’ dass ich dafür nichts zahl.

BC 100 steht für Bahncard 100 steht für
Einsteigen und los, vorbei an Schalter und Automat.
Doch für mich bleibt das ein Traum
denn leisten kann ich mir das kaum,
doch fahr‘ ich Bahn für mich und an sich
auch mit der Bahncard 25.

Wär‘ ich Bill Gates oder die Aldi-Brüder
ständ‘ ich hier und grinste zu euch rüber,
denn eines freute mich sehr,
in meinem Portemonnaie da wär‘
‘ne Bahncard 100, auch wenn’s euch wundert, ‘ne Bahncard 100.
Ihr merkt ich mag die Bahn irgendwie,
wir sind sehr ähnlich denn ich bin genauso pünktlich wie sie
und im Wettlauf gegen die Uhr
wär‘ die Sympathie noch größer nur
mit ‘ner Bahncard 100, mit ‘ner Bahncard 100.
Ich sitz‘ im Zug, wann geht es endlich los?
‘Ne Süddeutsche Zeitung liegt auf meinem Schoß.
Ein Auto ist für mich nicht mehr
als Schienenersatzverkehr.

BC 100 steht für Bahncard 100 steht für
Einsteigen und los, ganz egal wohin und wann.
Doch für mich bleibt das ein Traum
denn leisten kann ich mir das kaum,
wenn auf der Reise ich dich mit hätt‘,
nähm‘ ich auch ein Bayernticket.

Und wenn es euch auch wundert,
ich träum von einer Bahncard 100.


Ich weiß nicht was ich will

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Immer das gleiche in der Stadt,
wenn man sich verabredet hat
und ich im Restaurant-Café
tief in die Speisekarte seh’
und ich nie weiß was ich so will.
Schon beim Kaffee fängt das an:
Zimt, Mocca, Chili, Marzipan,
Cocos und Schoko und Krokant,
die Auswahl ist fast provokant.
Tja, nur so ist das nun einmal
und das Entscheidungsareal
in meinem Kopf, das hat die Qual
und so verdamm’ ich das Lokal
und generell fällt mir so auf,
so ist‘s im Leben auch:

Ich weiß nicht was ich will,
ich weiß nicht was glücklich macht.
Ich weiß nicht was ich will,
ich leb’ dieses Leben auch zum ersten mal.
Ich weiß nicht was ich will,
ich weiß nicht was wichtig ist.
Ich weiß nicht was ich will,
ich weiß es nicht.

Hey, ich studier’ mal Medizin,
Arzt ohne Grenzen, und verdien’
null Anerkennung und kein Geld,
heil’ arme Menschen dieser Welt,
oder noch besser, ich setz’ ich mich
an einen Tisch mit den Rebell’n,
kämpf’ gegen Krieg, Tod und Handschell’n,
humanitär gegen Barbarei,
und außerdem: Tierquälerei
ist doch das schlimmste was es gibt,
weil Gott doch alles Leben liebt
werd’ ich mal Tierschutzaktivist,
der was mal lebte niemals isst.
Ich beiß’ in die Tofu-Wurst hinein
und weiß insgeheim…

Frag‘ nicht so doof, ich bin ein Mann,
und was auf dieser Erde kann
einem wie mir schon lieber sein
als ‘ne Beziehung lupenrein:
verliebt verlobt, oder auch nicht?
Nein, ich bin ganz anders, tut mir leid!
Statt Dr. Jekyll bin ich Mr. Hyde.
Statt Liebe Lust, die mich entfacht,
ich bin der Typ für eine Nacht!
Nein, jetzt ganz ehrlich, noch einmal:
Ich bin im Grunde ein totaler
schüchterner Familienmensch
und weil ich alle Parties schwänz‘
schlaf‘ ich auf Muttis Schoße ein
und weiß insgeheim…


Weltwunder

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Wer glaubt denn heute schon an Wunder?
Alles muss erklärbar sein.
Die Leute halten dich für gesünder,
wenn du sagst, du bildest dir das ein.
Denk’ was du willst, ich weiß ich habe eins entdeckt.
Ein Wunder, das in uns beiden steckt.
Denn unsre Liebe steht, wenn alles fällt,
und weil sie uns wie nichts zusammen hält,
und alles in den Schatten stellt,
ist sie für mich ein Wunder dieser Welt.

No, no, no, no, no – es gibt nicht nur sieben Weltwunder.
NO, no, no, no, no – es gibt Schmetterlinge im Bauch.
No, no, no, no, no – es gibt nicht nur sieben Weltwunder.
No, no, no, no, no – ich liebe sie und sie mich auch.

Bleib’ auf dem Teppich denn zugegeben
weißt du genau wie ich
wie lange manche Wunder leben
und manchmal wundert’s einen nicht.
Bei sieben hat man aufgehört zu zähl’n,
die Leute wollen einfach keine mehr Wunder sehn’.
Doch die Liebe zwischen mir und dieser Frau
gehört für mich in die Tagesschau,
und während ich das Wunder noch verdau’,
sing’ ich hier, ich weiß ganz genau..


MeineEx

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Meine Ex is‘ wie Kortison auf meiner Haut.
Meine Ex is‘ wie Kortison auf meiner Haut.

Man muss sich überwinden
sich ohne abzufinden,
lässt dich alles vergessen,
macht dich wieder versessen.
Ziemlich verführerisch,
täuscht, überlistet dich…

Keine Frage der Dosis,
man fragt sich was los is’.
Nichts was man sich so schnell traut,
was tierisch rein haut.
Ziemlich fatal, du bereust es 1000mal…

Manchmal geht es nicht ohne,
gegen so viele Symptome.
Man macht darüber Lieder,
kaum weg, juckt es schon wieder.
Mit Vorsicht zu genießen,
führt zu Tränenvergießen…

Kämpft gegen jedes Symptom,
gegen jeden Phantom- Schmerz im Herz.
Meine Extra für mich angerührte Salbe haut rein.
Meine Ex sagt, hey du, du schau‘ doch mal wieder rein
(oh nein).


B-Sager

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Bei uns zu Hause jedes Jahr
heißt es: “wer darf dieses Mal
unser‘n ach so schönen Christbaum schmücken?“
Christbaumkugeln, Engelshaar,
Strohstern, sag‘ mir wer wird da
bei Bienenwachskerzenduft nicht entzücken?
Doch sag‘ mir, wer hat reich beschenkt
nach all der Festtags-Völlerei
Lust abzuschmücken, aufkehr’n, Baum wegbringen und dabei
einseh’n: wenn man’s nicht tut,
nicht nur der Baum nimmt es dir krumm.
Doch wer A sagt kommt um B nicht herum.

Sag, wem zaubern dicke weiße kusch’lige Schneeflocken
beim ersten Schnee kein Lächeln auf die Lippen?
Doch wer hat Lust früher aufzusteh’n,
bei Dunkelheit schon rauszugeh‘n
und um frei zu kommen schweren Schnee zu schippen?
Alles hat schon immer nur zwei Seiten, frag‘ nicht warum.
Und wer A sagt kommt um B nicht herum.

Willst du mein B-Sager sein,
denn A zu sagen allgemein
ist nicht so schwer auf dieser Welt.
Ganz im Gegensatz zu B,
das kostet Kraft, tut manchmal weh,
ich weiß nicht: Schaff‘ ich das allein?
Willst du mein B-Sager sein?

Mir passiert ein Ungeschick,
könntest du dich statt mir schämen?
Ich trink schon mein fünftes Bier,
achtest du auf mein Benehmen?
Willst du mein B-Sager sein?
(und lieg’ ich flach, bringst du mich heim?)

Ich nehm’ die Einladung gern an,
die von dem Nachbarn nebenan.
Ich weiß, am Samstag hab‘ ich Zeit, glaub ich.
Und du, mach’ dir doch keine Müh’,
für dein Party-Käse-Fondue
back’ ich dir Brot, verlass’ dich ruhig auf mich.
Am Freitag Abend aus Verseh’n ein Blick in den Kalender rein:
Samstag 8 bis 18 Uhr, Blockseminar und obendrein
20 Uhr Konzert, wie schön, wer hätte das gedacht?
Wer A sagt, backt Brot manchmal auch bei Nacht.

Und nach so manchem coolen Gig,
feier’ sogar ich noch mit,
„Komm‘ Lugi, komm‘, einer geht noch, komm‘, bleib noch hier!“
Doch am nächsten Tag dann aufzusteh’n,
und überhaupt das Tageslicht zu sehn’,
das fällt mir ungleich schwerer, sag’ ich dir.
Alles hat schon immer nur zwei Seiten, frag‘ nicht warum
Und wer A sagt kommt um B nicht herum.

Willst du mein B-Sager sein,
denn A zu sagen allgemein ist
nicht so schwer auf dieser Welt
Doch erst nach B kommt der Applaus,
und B ist immer eins voraus,
ich weiß nicht: Schaff ich das allein?
Willst du mein B-Sager sein?

Ich versprech’ den Leuten alles,
hältst du’s dann nach den Wahlen?
Ich verputz’ das Grand Menu,
wolltest du nicht für mich zahlen?
Willst du mein B-Sager sein?
(ich lad’ dich auf ’nen Kaffee ein)

Mir stellt man all die Leute vor,
merkst du dir für mich die Namen?
Ich immatrikuliere mich,
schreibst du für mich Examen?
Willst du mein B-Sager sein?
(und bring‘ ein gutes Zeugnis heim!)


Abschiedslied

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Nicht auseinander gelebt, kein Streit und kein Theater,
das wir nun bereu’n, oh das wird uns wohl auf ewig freu’n.
Ich weiß’ nicht was passiert ist, was da mit uns los war,
welche Art von Selbstbetrug.
War es nur ein doofer Zufall oder Schicksal?
Irgendwas an uns war mir genug.

Wein’ nicht um mich
und frag’ mich nicht,
warum ich dich nicht mehr vermiss’.
Ich kann es dir,ich kann es nicht einmal selbst erklär’n,
kann es nicht erklär’n.

Wird denn Liebe aufgebraucht? Mein Herz ‘ne Vorratskammer,
geht zur Neige und wird leer. Unendlich traurig, wenn das echt so wär’.
Ich weiß’ nicht was passiert ist,
was da mit uns los war,
wer trägt die Verantwortung?
Ich weiß’ nur dass es gut war,
und dass es sich gelohnt hat,
Leben heißt Veränderung.

Hier steh’ ich nun ich armer Thor
und bin so klug als wie zuvor:
Die Liebe kommt, die Liebe geht
solang’ ein Stern am Himmel steht.